Achtjährige Beauftragung schafft Sicherheit (12.12.2005)


Die Landkreise Gießen und Marburg-Biedenkopf haben eine richtungsweisende Entscheidung getroffen: Die Rettungsdienste in beiden Landkreisen werden ab Januar 2006 erstmals für acht Jahre mit der Durchführung der Notfallversorgung beauftragt. Üblicherweise werden Beauftragungen für den Rettungsdienst in Hessen für maximal für vier Jahre vergeben, oftmals auch für noch kürzere Zeiträume.

Für den DRK Rettungsdienst Mittelhessen bedeutet diese Entscheidung hohe Planungssicherheit . „Das wird uns in den nächsten Jahren helfen, unsere geplanten Verbesserungen zu realisieren,“ so Geschäftsführer Markus Müller. Beim DRK Rettungsdienst Mittelhessen stehen viele große Projekte an, die sich in einem sicheren Beauftragungsrahmen besser verwirklichen lassen. So soll unter anderem auf dem Gelände der Stadtwerke die Rettungswache Marburg-Süd inklusive der Rettungsdienst-Verwaltung neu gebaut werden.

Bei einem Empfang auf der Burg Staufenberg, verkehrsgünstig an der Landkreisgrenze zwischen Gießen und Marburg-Biedenkopf gelegen, erfolgte in einer Feierstunde am 9. Dezember die Übergabe der Ernennungsurkunden durch die Landräte Willi Marx für Gießen und Robert Fischbach für Marburg-Biedenkopf. Rund 70 Gäste waren der Einladung gefolgt, darunter auch viele Kreisausschussmitglieder aus beiden Landkreisen, Fraktionsvorsitzende der Parteien sowie Vertreter des Uniklinikums Marburg und Gießen. Auch die ärztlichen Leiter der Landkreise, die zuständigen Ansprechpartner in den Brandschutzämtern, die Leiter der Leitstellen und die Verhandlungspartner der Krankenkassen waren gekommen. Dass die achtjährige Beauftragung auch überregionale Bedeutung hat, dokumentierte die Anwesenheit der Landesgeschäftsführer der Johanniter und Malteser. Für den DRK Landesverband Hessen nahm die Präsidentin Hannelore Rönsch an der Veranstaltung teil.

Viele Führungskräfte des DRK Rettungsdienst Mittelhessen waren anwesend, unter anderem auch alle Gruppenleiter. „Das war uns sehr wichtig“, so Markus Müller. „Sie sind diejenigen, die dafür sorgen müssen, dass die Arbeit draußen gut läuft.“ So dankte er ihnen im Rahmen der Feierstunde auch ganz besonders für ihre Arbeit und ihr Engagement.
Beide Landräte sprachen den Rettungsdiensten ihr Vertrauen aus und bedankten sich für die gute Zusammenarbeit. Ihr Appell für die nächsten acht Jahre war einhellig: Nutzen Sie die Jahre für eine Weiterentwicklung des Rettungsdienstes in der Region. Weiter so.

Günther Lohre, Landesgeschäftsführer der Johanniter sorgte in seinem Grußwort für Überraschungen. Zum einen richtete er einen Appell an die Kostenträger: „Die Rettungsdienste in Hessen gehören zu den wirtschaftlichsten in ganz Deutschland. Seien Sie nicht so streng mit uns. Wir brauchen vernünftige Budgets, um vernünftige Arbeit leisten zu können.“ Zum anderen verlieh er Markus Müller die Ehrennadel der Johanniter-Unfallhilfe und bedankte sich für die Partnerschaftlichkeit und die konstruktive Zusammenarbeit beider Organisationen.

Hannelore Rönsch, Präsidentin des DRK Landesverbandes Hessen, würdigte die Entwicklung des DRK Rettungsdienstes Mittelhessen. Sie erinnerte daran, dass es zeitweise auch Konflikte mit dem Landesverband gegeben habe. Diese habe man beilegen können. Dabei betonte sie vor allem auch die Rolle von Günther Wackermann, der als erster Aufsichtsratsvorsitzender der Rettungsdienst GmbH eine entscheidende Rolle bei der Annäherung gespielt habe. Rönsch besonderer Dank galt auch den ehrenamtlichen Unterstützungskomponenten, die im Bedarfsfall den hauptamtlichen Rettugnsdienst verstärken und damit Qualität sichern helfen. Ihre abschließende Forderung: Die Rettungsdienste in Hessen brauchen allesamt sichere Beauftragungszeiträume, um ihre Aufgabe der Daseinsvorsorge wahrnehmen zu können.

Die am öffentlichen Rettungsdienst beteiligten Organisationen bewerten die einhellige Entscheidung beider Landkreise als Vertrauensbeweis in die Rettungsdienste. Ihr liegt die anerkannt hohe Qualität der Leistungserbringer zugrunde. DRK-Rettungsdienst Mittelhessen und Johanniter, beide landkreisübergreifend tätig, sind seit Jahren zertifiziert. Zum anderen zeichnen sich beide Organisationen durch zahlreiche Zusatzleistungen aus, die über den öffentlichen Rettungsdienst hinausreichen.