Einen Rückblick auf zehn bewegte Jahre gab der DRK Rettungsdienst Mittelhessen am Freitag, den 31. August 2007. Am 1. August 1997 war die gemeinnützige GmbH an den Start gegangen. Die Jubiläumsfeier fand am Standort Technik-Logistik-Infrastruktur (TLI) in Marburg-Cappel statt. In einem Industriebau hatte das Unternehmen Ende 2006 seine Infrastrukturleistungen und das DRK Bildungszentrum Marburg untergebracht.
Von „einem Unterschied wie Tag und Nacht“ sprach Geschäftsführer Markus Müller im Rückblick auf das Gründungsjahr 1997. Nach längeren Vorverhandlungen führten damals die DRK-Kreisverbände Marburg, Biedenkopf und Gießen ihre Rettungsdienste in Form einer gemeinnützigen GmbH zusammen. Der private Rettungsdienst MKT wurde zur Tochtergesellschaft.
Robert Fischbach, Landrat des Landkreises Marburg-Biedenkopf bestätigte in seinem Grußwort den hohen Status Quo, den das Unternehmen erreicht hat. Als „machtvolle Demonstration“ erinnerte er sich an den ersten, einheitlichen Fuhrpark, der am 4. Juni 1998 auf dem Gießener Messeplatz öffentlich vorgestellt wurde. Ein besonderer Meilenstein sei auch die Zertifizierung des Unternehmens gewesen. Der DRK Rettungsdienst Mittelhessen, so Fischbach, verdiene das Vertrauen der Rettungsdienst-Träger. Ausdruck davon sei die achtjährige Beauftragung.
Auch Willi Marx, Landrat des Landkreises Gießen, gratulierte zu dem „jungen Jubliäum“. Er berichtete von seinen persönlichen Erfahrungen mit dem Rettungsdienst. Nur wenige Tage nach GmbH-Start war dem damaligen Bürgermeister Marx bei einem internistischen Notfall vom Rettungsdienst das Leben gerettet worden. Sein Leben verdanke er der Professionalität des Rettungsdienstes. Von damals bis heute seien die Qualitätsanforderungen weiter gestiegen. „Es war eine richtige Entscheidung, den Rettungsdienst in der Fläche zu organisieren,“ sagte Marx.
Die junge GmbH war in den Landkreisen Marburg-Biedenkopf und Gießen tätig und fand eine sehr heterogene Situation vor. Eine bunte Mischung von Einsatzfahrzeugen war im Einsatz, weiterhin waren an vielen Wachenstandorten Veränderungen notwendig, teilweise standen auch Wachenverlegungen, Umbauten oder sogar Neubauten an.
1998 stellte der DRK Rettungsdienst Mittelhessen einen ersten, einheitlichen Fuhrpark in Dienst. Unter anderem gingen dabei 35 identische Rettungswagen in den Dienst. Mit Beteiligung der Mitarbeiter war das Ausbaukonzept entstanden und wurde nach einem Prototyp-Test umgesetzt.
Eine besondere Bedeutung bekam das Thema interne Kommunikation. So wurde zum Unternehmensstart eine Mitarbeiterzeitung ins Leben gerufen, um den Austausch zu verbessern. Weiterhin wurde das „Intrarett“ aufgebaut und kontinuierlich weiterentwickelt. Eine interne Kommunikationsplattform bietet heute den Zugriff auf verschiedene Datenbanken, die koordinierte, zeitsparende Arbeitsabläufe ermöglichen, z.B. bei der Dienstplanung, im Bestellwesen oder beim Fuhrparktmanagement. Hinzu kommen klassische Intranet-Funktionen wie Mailsystem sowie Kalender- und Aufgabenverwaltung. Auch die Mitarbeiterzeitung „Kreuz und Quer intern“ ist inzwischen Bestandteil dieser Intranet-Plattform geworden.
Im Lauf der Jahre wurden viele Verbesserungen an den Wachenstandorten realisiert. Einige Rettungswachen wurden renoviert oder verlegt. Der erste Neubau speziell für die Nutzung als Rettungswache war die Rettungswache Lich im Jahre 2002, der zweite Wachenneubau erfolgte im Unklinikum Gießen im Jahr 2003. 2006 wurde das Jahr der Umzüge: Im September ging die neue Rettungswache Bad-Endbach-Bottenhorn in Betrieb, im Dezember wurden die Rettungswachen Marburg-Mitte und Marburg-Süd zusammen mit der Verwaltung in einem Neubau Am Krekel untergebracht. Zeitgleich erfolgte die Verlegung von Technik und Logistik sowie dem Bildungszentrum in eine umgebaute Bestandsimmobilie in Marburg-Cappel. 2007 ging dann die neugebaute Rettungswache Gießen-Stadt in Betrieb. Auch wenn sicherlich kleine Veränderungen weiterhin anstünden, so Markus Müller, sei damit ein hervorragender Status Quo entstanden. Er bedankte sich bei Kostenträgern und den Landkreisen Marburg-Biedenkopf und Gießen für ihre Unterstützung bei diesen Neuerungen.
Ein Teil der Feier galt auch dem DRK Bildungszentrum (BZ), das Ende letzten Jahres 15 Jahre alt wurde. Hervorgegangen aus der Lehranstalt für Rettungsassistentenausbildung, bildet das BZ jährlich 600 Personen aus oder weiter. Für das Unternehmen hat das BZ eine wichtige Funktion. Innovationen können in die tägliche Praxis überführt werden, indem zu allen Neuerungen breit angelegte Mitarbeiterschulungen stattfinden. In enger Kooperation mit dem BZ bringt der DRK Rettungsdienst Mittelhessen auch Projekte auf den Weg, um die gesamte Qualifikation der Mitarbeiter zu verbreitern. So werden z.B. im Projekt Kompetenzentwicklung erweiterte Kompetenzen für den Einsatzdienst vermittelt.
Hinzu kommen wiederkehrende Schulungen der Einsatzdienst-Mitarbeiter, in denen aktuelle Versorgungsstandards vermittelt und auch abgeprüft werden. „Für uns heißt das: Es gibt umfassende Kenntnisse der Notfallmedizin, die als Standard im gesamten Unternehmen vorhanden sind,“ sagte Müller.
Auch zukünftig will das Unternehmen Neuerungen anstoßen und sich weiterentwickeln. Besitzstandswahrung werde es nicht geben, so Müller. Es gebe noch viel zu tun, um den Rettungsdienst in der Region weiter zu verbessern.