Moderne Technik hilft schwerkranken Menschen:
Drei neue Intensiv-Transportwagen wurden in Gießen vorgestellt
 

Landrat Marx lobt „einen echten Fortschritt“ für Patientenschaft

Rege Beteiligung bei der Vorstellung der neuen Fahrzeuge am Gießener Landratsamt Mit einer Neubeschaffung besonderer Art werden beim Marburger Krankenpflegeteam (MKT), einer Tochtergesellschaft des DRK-Rettungsdienstes Mittelhessen, neue Standards für den Transport kritisch kranker Patienten gesetzt: Anfang April sind drei neue Intensivtransportwagen (ITW) mit modernster Technik in Dienst gestellt worden.

Die neuen Fahrzeuge des Typs „Mercedes Benz 418 CDI Sprinter“ lösen die bisherige Fahrzeugflotte ab, die in den vergangenen Jahren mehr als eine dreiviertel Million Kilometer auf Deutschlands Straßen im Dienste schwerkranker Patienten unterwegs waren. Für die neuen Fahrzeuge einschließlich Medizintechnik investiert das Unternehmen rund 500.000 EUR.

„Diese drei neuen Fahrzeuge sind ein echter Fortschritt für schwerkranke Menschen, die dringend in einer Spezialklinik versorgt und behandelt werden müssen“, betonte Landrat Willi Marx bei der Vorstellung der Fahrzeuge am Montag, 14.04.2008 vor dem Gießener Landratsamt.
Die neuen Intensivtransportwagen des „Intensivtransport-Systems Mittelhessen“ sind in Marburg und Gießen stationiert und dienen dem Transport kritisch kranker Patientinnen und Patienten zwischen Intensivstationen verschiedener Kliniken. Mit der aufwändigen Medizintechnik an Bord dieser Spezialfahrzeuge können rund um die Uhr auch Patienten transportiert werden, die vor wenigen Jahren noch als nicht-transportfähig galten.

V.l.n.r.: Landrat Willi Marx, Dr. Clemens Kill (medizinischer Leiter), Horst Jeckel (Fachdienst Rettungsdienst), Markust Müller (Geschäftsführer) Herzstück der neuen Fahrzeuge ist ein modernes, speziell entwickeltes Tragensystem, in das sämtliche Medizingeräte integriert sind. So können alle lebenswichtigen Funktionen des Patienten unterbrechungsfrei „von Bett zu Bett“ überwacht und behandelt werden. Zur Ausstattung gehören zum Beispiel ein modernes Beatmungsgerät, Überwachungsmonitore oder auch Spritzenpumpen, um Medikamente kontinuierlich und in der erforderlichen Dosierung zu verabreichen. Das Spektrum der Patienten, die mit den rollenden Intensivstationen transportiert werden können, reicht dabei vom Frühgeborenen bis zum übergewichtigen Patienten mit einem Gewicht bis zu 250 Kilogramm. Zusätzlich sind die Fahrzeuge auch für Notfalleinsätze im regulären Rettungsdienst vollwertig ausgestattet.

Seit 1985 wurde der spezielle Leistungsbereich „Intensivtransport“ beim MKT kontinuierlich weiterentwickelt, so dass das Unternehmen heute auf die längste Erfahrung im bodengebundenen Intensivtransport in Deutschland aufbauen kann. Die Entwicklung und Inbetriebnahme der neuen Fahrzeugflotte festigt diese Spitzenposition weiter. Die personelle Besetzung der Fahrzeuge erfolgt mit gesondert geschulten Rettungsdienstmitarbeiterinnen und -mitarbeitern und Intensivpflegekräften.

In Hessen decken derzeit die drei ITW-Systeme die Bereiche Mittelhessen (mit Standorten in Gießen und Marburg), Nordhessen (mit Standort in Kassel) und Südhessen (mit Standort in Frankfurt) den Bedarf an Sekundärverlegungsfahrten ab. Das ITW-System Mittelhessen ist dabei mittlerweile zu einem unverzichtbaren Bestandteil der mittelhessischen Krankenhauslandschaft geworden. Dies spiegelt sich auch in den Einsatzzahlen wider. Wurden 2003 noch 641 Einsätze erbracht, stieg das Einsatzaufkommen 2006 bereits auf 824 Einsätze an und erhöhte sich 2007 auf 1.018 Einsätze. Dies ist zum einen darauf zurückzuführen, dass MKT in Marburg und Gießen eine schnelle Verfügbarkeit sicherstellt, die neben länger planbaren Fahrten auch kurzfristige, dringende Verlegungsfahrten ermöglicht. Zum anderen zeigt sich in der Einsatzzahlenentwicklung auch der erhöhte Bedarf der Kliniken, Patienten in andere Kliniken zu speziellen Behandlungen zu verlegen.

Der Landkreis Gießen hat mit fünf anderen Landkreisen ( Lahn-Dill, Limburg-Weilburg, Marburg-Biedenkopf, Vogelsberg und Waldeck-Frankenberg) eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung getroffen. Auf dieser Grundlage hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf zum 1. Januar 2006 eine achtjährige Beauftragung für diese sechs Landkreise an MKT erteilt. Dies dokumentiert auch die einheitliche Beschriftung der Fahrzeuge.
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