Rettungskarten weisen sechs Wege
Helfender Service für Angehörige von Patienten

In Zusammenarbeit mit dem Landkreis Gießen und der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) wurden für den Landkreis Gießen Infokärtchen für die Angehörigen von Patienten erstellt. Am Mittwoch, dem 13.08.2008, wurden die „Rettungskarten“ in der Kreisverwaltung Gießen vorgestellt. Markus Müller, Geschäftsführer des DRK Rettungsdienst Mittelhessen, übergab zusammen mit dem ersten Kreisbeigeordneten, Stephan Becker und dem Regionalvorstand der JUH, Oliver Meermann 10.000 „Rettungskarten“ im Format einer halben Postkarte, an die im Kreisgebiet arbeitenden Rettungsdienste.
Die Rettungsdienst-Karte richtet sich an Angehörige von Notfallpatienten. Sie listet alle sechs Krankenhäuser und Kliniken im Kreisgebiet (Gießen und Lich) mit Adressen und Telefonnummern auf. Zusätzlich besteht die Möglichkeit Krankenhäuser einzutragen, die außerhalb des Landkreises Gießen liegen. „Die Rettungswagen-Besatzung informiert die Angehörigen durch Ankreuzen der Adresse, in welche medizinische Einrichtung im Kreisgebiet die erkrankte Person gebracht wird“, erläuterte Stephan Becker. Auch die wichtige Notrufnummer „112“ ist auf der Karte vermerkt. Die Karte dient aber nicht nur der Beruhigung und Information der Angehörigen, sondern es soll damit auch vermieden werden, dass „Angehörige des Patienten sich mit eigenem Fahrzeug an den losfahrenden Rettungswagen dranhängen, um zur Klinik zu fahren“, betont der Geschäftsführer des DRK Rettungsdienst Mittelhessen, Markus Müller.

Die Idee für eine solche Karte hatte Dr. André Althoff, (Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Medizinische Klinik und Poliklinik II, gleichzeitig Leitender Notarzt in ehrenamtlichen Diensten des Landkreises) von einer Fortbildung mitgebracht und beim Gießener Landrat Willi Marx für die Umsetzung umgehend eine Zusage erhalten. Dr. Hans von Rechenberg, ärztlicher Leiter und Horst Jeckel, vom Sachgebiet Rettungsdienst der Kreisverwaltung, wurden mit der Realisierung beauftragt und fanden beim DRK und JUH sofortige Unterstützung für dieses Projekt.
Beide Organisationen beteiligten sich gemeinsam mit dem Kreis zu je einem Drittel an den Kosten der Drucklegung der vorerst 10.000 Exemplaren. Sollte sich der Einsatz bewähren, ist die Einführung der „Rettungskarte“ auch für den Landkreis Marburg-Biedenkopf vorgesehen.