Mit dem Thema Sterben und Tod befassten sich 16 Teilnehmer des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) beim DRK Rettungsdienst Mittelhessen in einem Workshop am 12. Februar. Bereits eine Woche zuvor hatte das Seminar für eine andere Gruppe von FSJ’lern stattgefunden. Während die Teilnehmer andere Themenschwerpunkte ihrer 25 begleitenden Seminartage selbst wählen und gestalten können, ist dieses Seminar ein fester Bestandteil ihrer Begleitung.
„Für viele der FSJ’ler ist es neu und ungewohnt, sich auf den Umgang mit todkranken oder sterbenden Menschen vorzubereiten. Die Vorstellung, im Einsatzdienst solchen Situationen zu begegnen, verunsichert die meisten,“ so Anne Leibfried, die mit der FSJ-Trägerstelle beim MKT für die pädagogische Begleitung verantwortlich ist.
„Aber solche Situationen sind Bestandteil der Arbeit im Rettungsdienst.“
Ziel des eintägigen Seminars war es, die Teilnehmer feinfühlig an die Begegnung
mit Sterbenden heranzuführen und ihnen Anhaltspunkte für ein situationsbedingt
angemessenes Verhalten zu geben.

Judith Pfeiffer de Fragoza und Julia Pitzer vom Ambulanten Hospizdienst der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. Kreisverband Marburg-Biedenkopf vermittelten Grundkenntnisse zum Thema Sterbebegleitung. Anhand eines bekannten Phasenmodells verdeutlichten sie, welche psychischen Prozesse ein sterbender Mensch durchlaufen kann. Sie machten deutlich, dass eine angemessene Begleitung voraussetzt, die Bedürfnisse und Gefühle des Sterbenden vollständig zu akzeptieren auf sie einzugehen.
Von eigenen Erfahrungen und Erlebnissen mit Rettungsdienst, Ärzten und Krankenhäusern berichtete eine Frau, die ihren zweijährigen Sohn durch ein Krebsleiden verloren hatte. Sie brachte zum Ausdruck, wie wichtig ein angemessener
Umgang und persönliche Gesten der Einsatz- und Pflegekräfte für ihre Familie waren.

Ansprechend und anspruchsvoll zugleich – so war das
Resümee der Teilnehmer zu diesem Tag. In der
abschließenden Gesprächsrunde wurde deutlich,
dass es gelungen war, einen Zugang zum Umgang mit Sterbenden zu finden. Wichtigste Erkenntnis: Es gibt kein „Patentrezept“. Eine Teilnehmerin formulierte das so: „Ich muss mir keinen Stress machen, wie ich mich ‚richtig’ verhalte. Wichtig ist erst einmal, dass ich die Situation zulasse.“
Beim DRK Rettungsdienst Mittelhessen arbeiten kontinuierlich FSJ-Kräfte im Einsatzdienst mit. Nach
einer Grundausbildung zum Rettungshelfer werden sie im Rahmen eines pädagogischen Begleitprogramms von
25 Seminartagen durch das Jahr begleitet. Neben dem Thema Sterben und Tod stehen Exkursionen zu verschiedenen Insitutionen und auch ganz praktische Einheiten wie z.B. rückenschonendes Arbeiten auf dem Programm.
Für das Jahr 2008 sind noch Plätze frei!
<zurück>