Übung des DRK Rettungsdienst Mittelhessen und der Freiwilligen Feuerwehr Marburg-Marbach
zum Thema Tierseuchengefahr

Spezielle Desinfektionsvorgänge sind nötig, damit die Verbreitung einer hochinfektiösen, meldepflichtigen Tierseuche verhindert werden kann. Um die Abläufe bei Ausbruch einer solchen Seuche im Landkreis Marburg-Biedenkopf zu optimieren, übten am Samstag, dem 08. März zahlreiche Beteiligte. Die Freiwillige Feuerwehr Marburg-Marbach, der stellvertretender Leiter der Marburger Feuerwehr, Andreas Brauer, Dr. Gregor Busse und Heinrich Preiß vom Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Marburg-Biedenkopf sowie die Desinfektoren Guido Meyer und Bianca Schick vom DRK Rettungsdienst Mittelhessen waren an der Übung, die auf dem Gelände der Marburger Rettungswache Süd (Am Krekel) stattfand, beteiligt. Außerdem zeichnete Bereichsleiter Dirk Schrey, ehemaliger gelernter Koch, für die Verpflegung verantwortlich.
Ziel war es, die fachgerechte Dekontaminierung der Veterinärfahrzeuge zu üben und die von den Veterinären genommenen Proben so aufzubereiten, dass beim weiteren Transport keine Gefahren entstehen.
Der Desinfektionsbereich der Marburger Rettungswache wurde bereits in der Planung so konzipiert, dass aufwändige Desinfektionsarbeiten durchgeführt werden können.
Gerade im Tierseuchenbefall ist es - auch aus wirtschaftlichen Gründen sehr wichtig, dass die Ausbreitung der Krankheitserreger unterbunden wird. Dazu gehört auch die fachgerechte Desinfektion der Fahrzeuge.
Der Ablauf der Probeübung erfolgte folgendermaßen:
Als erstes fuhr ein Veterinärfahrzeug in ein eigens dafür aufgebautes
Dekontaminationszelt. Zunächst entseuchten Kollegen der Feuerwehr von
außen das Fahrzeug in mehreren Schritten. Anfallendes „Abwasser“ wurde in
einer großen, extra für diesen Fall vorgesehenen Zisterne aufgefangen.

Im Ernstfall würden kontaminierte Flüssigkeiten in Absprache mit den Amtsveterinären und der unteren Wasserbehörde später entsorgt werden.
Anschließend unterzogen die Beteiligten das Fahrzeug einer Innendesinfektion im Nass-, Wisch- und Scheuerverfahren durch die Desinfektoren in der Fahrzeugaufbereitungshalle.
Die mitunter schwer erreichbaren Stellen im Fahrzeug wurden mit einem speziellen Desinfektionsautomaten, einem Septprotektor, erreicht.
Die anfallenden Proben und Unterlagen wurden aufbereitet und über die Probenkammer ausgeschleust. Die Veterinärteams schleusten über die Desinfektionsschleusen und Duschen aus. Komplett neue Kleidung und Schuhwerk standen am Ende des Ausschleusungsprozesses für alle Beteiligten bereit.
Abfälle wurden gemäß speziellen Gefahrenrichtlinien verpackt, gekennzeichnet und entsorgt, ebenso Wäsche und anderes Material.

Die Zusammenarbeit während der Übung klappte fast reibungslos. Die Beteiligten formulierten als Ergebnis, dass Logistik und Konzept für Tierseuchenfälle stimmig sind. Damit sind Voraussetzungen geschaffen worden, um in Zukunft einen eventuell auftretenden Tierseuchenbefall mit geeigneten Desinfektionsmaßnahmen schnell und sicher zu unterstützen.
<zurück>