Gruppenbild der VeranstalterSehr erfolgreiches Rettungsdienst-Symposium in Buseck
 


Bereits zum achten Mal in Folge fand in diesem Januar das mittelhessische Rettungsdienstsymposium statt. Diese Veranstaltung wurde jahrelang gemeinsam vom Marburger Uniklinikum und dem DRK Rettungsdienst Mittelhessen durchgeführt, mittlerweile wird sie getragen vom Uniklinikum Marburg und Gießen, dem DRK Rettungsdienst Mittelhessen, der Johanniter Unfallhilfe sowie den Landkreisen Marburg-Biedenkopf und Gießen. Erstmals fand das Symposium im Landkreis Gießen statt, und zwar im Kulturzentrum Buseck, das sehr angenehme Räumlichkeiten und eine gute Bewirtung bot. Über 200 Teilnehmer wurden am Samstag, dem 24. Januar gezählt. Vorausgegangen war ein Workshoptag, an dem rund 100 Personen teilnahmen.

Vortag zum Thema Notfallpatient KindAuch inhaltlich kann sich der Organisator - der Qualitätszirkel Notfallmedizin, der landkreisübergreifend tätig ist - auf die Schulter klopfen: Das Symposium unter der Überschrift "Notfallpatient Kind" bot ein interessantes Themenspektrum an, das von namhaften Referenten vorgetragen wurde. Dabei wurden wichtige Aspekte der Notfallversorgung von Kindern aus vielerlei Blickwinkeln beleuchtet. Es kamen nicht nur medizinische Fragen zur Sprache, auch problembehaftete Themen wie Gewalt gegen Kinder oder der Umgang mit belastenden Einsatzsituationen wurde von Experten aufgearbeitet. Am Freitagnachmittag hatten bereits Workshops zum praktischen Training verschiedenster notfallmedizinischer Techniken - z.B. die Reanimation von Säuglingen und Kleinkindern - stattgefunden.

„Viele unserer Kollegen im Rettungsdienstteam empfinden Kindernotfälle als eine besondere Herausforderung. Deshalb ist nur konsequent, sich auf diese speziellen Einsätze umfassend vorzubereiten“, so Dr. Clemens Kill, Geschäftsführender Ärztlicher Leiter des Zentrums für Notfallmedizin am Universitätsklinikum Marburg. Seinen besonderen Dank richtete Dr. Clemens Kill an den Qualitätszirkel Notfallmedizin. Ein gutes Dutzend Leute, so Kill, habe für diese Veranstaltung eine immense Vorbereitungszeit investiert und dabei nicht nur organisatorisch, sondern auch inhaltlich etwas auf die Beine gestellt.
Beim Pressegespräch am Samstag machten die Veranstalter gemeinschaftlich deutlich, dass die landkreis- und organisationsübergreifende Zusammenarbeit für dieses Symposium richtungsweisend sei. Durch die Förderung von Austausch, die Vermittlung von Know-How und die bewusste Pflege von Schnittstellen soll das Symposium zu einer optimalen Notfallversorgung in der Region beitragen. Robert Fischbach, Landrat des Landkreises Marburg-Biedenkopf freute sich: „Wir sind eine innovative Region, auch was den Rettungsdienst angeht.“ Dies wurde auch von Dr. Rainer Moosdorf, Ärztlicher Direktor des Klinikumsstandorts Marburg und seinem Gießener Kollegen, Prof. Dr. Norbert Katz, nachdrücklich bestätigt. Beide unterstrichen zudem die inhaltliche Bedeutung des Symposiums. „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“, sagte Moosdorf. Der Umgang mit kindlichen Notfallpatienten sei ganz anders als die Beschäftigung mit Erwachsenen. „Gerade junge Mediziner müssen adäquat vorbereitet werden“, forderte Katz.

Willi Marx, Landrat des Landkreises Gießen, betonte, dass das Symposium mit seinen Inhalten und Fachvorträgen mittlerweile weit über Mittelhessen hinaus Beachtung findet. Das bestätigte auch das Statement von Professor Gerdts aus Cuxhaven, der als Vortragender angereist war. Er sei sehr häufig bei solchen Veranstaltungen zugegen, sagte er. Üblich sei es, nach dem eigenen Vortrag bald wieder abzureisen. In diesem Falle jedoch sei das anders. "Für mich ist diese Veranstaltung so wichtig, dass ich bis zum Schluss bleiben werde."