DRK Rettungsdienst Mittelhessen testet Fahrzeug-Prototypen für neue Flotte (12.03.2009)

Teilnehmer der Vorstellung des MZF-Prototypen ind Gießen35 neue Einsatzfahrzeuge sollen beim DRK Rettungsdienst Mittelhessen im Sommer 2009 in Dienst gestellt werden. Im Beisein von Landrat Willi Marx (Gießen) und Landrat Robert Fischbach (Marburg-Biedenkopf) stellte das Unternehmen am 12.03.2009 in Gießen-Eichgärtenallee und am 16.03.2009 in Marburg den Fahrzeug-Prototypen für die neue Generation vor. Der vollständig ausgebaute Prototyp rotiert derzeit über die Wachenstandorte des Unternehmens und wird dort von den Mitarbeitern im Einsatzdienst getestet. Der DRK Rettungsdienst Mittelhessen tauscht seine Einsatzfahrzeuge alle drei Jahre aus. Die Kosten für ein neues Mehrzweckfahrzeug belaufen sich auf ca. 65.000 Euro.

Die Entscheidung für den Grundfahrzeugtyp ist bereits gefallen: Nach guten Erfahrungen mit dem Renault Master in der derzeit im Einsatz befindlichen Fahrzeuggeneration wird dieses Fahrzeug wieder zum Einsatz kommen. Dabei kann auch auf das hierfür vom DRK Rettungsdienst Mittelhessen eigens entwickelte Fahrzeugkonzept zurückgegriffen werden. Unter Einbezug der Mitarbeiter wird der Ausbau jedoch noch einmal kritisch auf den Prüfstand gestellt. Nach Tests im Einsatzdienst können die Kolleginnen und Kollegen mit einem Fragebogen Rückmeldungen, Tipps und Anregungen geben. Diese Rückmeldungen fließen in das endgültige Ausbaukonzept ein. (V.l.n.r.): Thomas Naumann (Aufsichtsratvorsitzender) und Landrat Robert FischbachDieses Vorgehen gehört fest in den Ablauf zu jedem Fuhrparkwechsel und sichert einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess, der eng an den praktischen Erfahrungen im Einsatzdienst anknüpft.

Im Fokus der Testphase stehen zwei neue Fahrtragen, die alternativ getestet werden. Die Entscheidung, welche Trage letztendlich in den neuen Fahrzeugen zum Einsatz kommt, soll auf Basis der Testergebnisse entschieden werden. Ziel ist, den Liegekomfort der Patienten weiter zu verbessern.

Weiterhin werden im Prototypen u.a. Betreuersitze eines anderen Fabrikats als bisher getestet, noch mehr Stauraum und Arbeitsfläche für das Personal wurden geschaffen. Die elektronische Sirene wurde nicht mehr auf dem Dach, sondern in der vorderen Stoßstange platziert, um die Geräuschbelastung im Fahrzeug zu reduzieren.

Für Geschäftsführer Markus Müller setzt sich mit den neuen Fahrzeugen der innovative Weg fort, den das Unternehmen bei seinen Beschaffungen beschreitet. So hat bereits im Januar neue, innovative Medizintechnik Einzug auf den elf arztbesetzten Einsatzfahrzeugen des Unternehmens gehalten. Somit verfügen jetzt alle Notarzteinsatzfahrzeuge und Intensivtransportwagen über Geräte, die eine notfallmedizinische Versorgung auf Klinikniveau ermöglichen.

Das Videolaryngoskop macht das Einlegen eines Beatmungsschlauches in die Luftröhre des Patienten auf einen mobilen Bildschirm sichtbar und ermöglicht mittels integrierter Kamera einen wesentlichen verbesserten „Blick um die Ecke“. Ein Gerät zur automatischen Durchführung der Herzdruckmassage. Garantiert eine gleich bleibend hohe Qualität der Herzdruckmassage über einen längeren Zeitraum; die Rettungskräfte werden entlastet und ein Transport in die Klinik bei laufender Reanimation ist möglich. Als dritte Neubeschaffung ermöglicht ein Beatmungsgerät der neuesten Generation moderne Beatmungsformen.

Der DRK Rettungsdienst Mittelhessen verfügt derzeit über einen Fuhrpark von 61 Fahrzeugen. Der größte Teil der Fahrzeuge kommt im öffentlichen Rettungsdienst zum Einsatz.