Evangelisches Krankenhaus in Gießen eröffnet Notfallambulanz und stellt Intensivtransport vor

Eröffnungsrede vor AuditoriumAm Dienstag, dem 8. Dezember 2009, hat das Evangelische Krankenhaus die neuen Räume seiner Notfallambulanz vorgestellt. Zu diesem Anlass wurde auch eine Ausstellung zum Thema Intensivtransport in Mittelhessen eröffnet, die der DRK Rettungsdienst Mittelhessen mit seiner Tochtergesellschaft MKT zusammengestellt hatte. Die Ausstellung richtet sich an behandelnde Ärzte und Pflegepersonal, aber auch an Patienten und Besucher der Krankenhäuser. Ziel der Ausstellung ist es, über eine High-Tech-Dienstleistung zu informieren, die die arztbegleitete Verlegung schwerstkranker Patienten von Klinik zu Klinik ermöglicht und lebensrettend sein kann.

Jörg Marx, Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses, eröffnete im Beisein von Stadtrat Thomas Rausch und Landrat Willi Marx die Veranstaltung. In ihren Wortbeiträgen unterstrichen Stadtrat Rauch und Landrat Marx die Bedeutung einer qualitativ hochwertigen Versorgung der Bevölkerung. „Dazu trägt das Evangelische Krankenhaus mit seiner Notfallambulanz ebenso bei wie das Intensivtransportsystem Mittelhessen“, so Landrat Marx. „Beides ist unverzichtbar für die Bevölkerung unseres Landkreises.“

Informationsgespräch zur Ausstellung IntensivtransportMit Inbetriebnahme des Herzkatheterlabors zu Beginn des Jahres wurden zunehmend mehr internistische Notfälle im Krankenhaus behandelt. Diesem Sachverhalt wurde mit dem Aus- und Umbau der Notaufnahme, die bisher als rein chirurgische Notaufnahme betrieben wurde, Rechnung getragen.
Nach den Worten von Prof. Dr. Muhrer, dem Ärztlichen Direktor des Evangelischen Krankenhauses, wird die Notaufnahme nach dem jetzt erfolgten Umbau interdisziplinär betrieben“. So stehen jetzt neben den Not-OP, dem Gipsraum und den Behandlungsräumen auch zwei Schockräume sowie ein Überwachungsbereich zur Verfügung. Damit können neben den allgemein- und visceral-chirurgischen, unfallchirurgischen und urologischen Notfällen auch alle kardiologischen, gastroenterologischen, sowie allgemein-internistischen Notfälle behandelt werden.

Dabei bietet der Standort der Notaufnahme ideale Vorraussetzungen hinsichtlich Erreichbarkeit und räumlicher Nähe zu allen Funktionsbereichen. Auch sind die Intensivstation und das Herzkatheterlabor direkt erreichbar, so Muhrer in seinen Ausführungen. Im Jahr werden im Evangelischen Krankenhaus ca. 21.000 Patienten ambulant behandelt.

Dr. Clemens Kill, Leitender Arzt für das System, unterstrich in einem Vortrag die Bedeutung von Intensivtransporten für die Patientenversorgung. In Marburg und Gießen werden rund um die Uhr Intensivtransportwagen vorgehalten. Das Gießener Fahrzeug kann 24 Stunden am Tag innerhalb von einer Minute ausrücken. Hinzu kommt ein weiteres Fahrzeug für neonantologische Verlegungsfahrten, das in Marburg stationiert ist.

Die Ausstellung zum Thema Intensivtransport dokumentiert die Entstehung und Weiterentwicklung eines Systems, das Patiententransporte möglich macht, die früher nicht denkbar waren. Das Marburger Krankenpflege Team (MKT), Tochtergesellschaft des DRK Rettungsdienst Mittelhessen, blickt auf eine über zwanzigjährige Erfahrung im Transport von kritisch kranken Patienten zwischen Kliniken zurück. In dieser Zeit wurden die technischen Möglichkeiten des Intensivtransports kontinuierlich weiterentwickelt. Bei den arztbegleiteten Verlegungen von Klinik zu Klinik können intensivmedizinische Maßnahmen unterbrechungsfrei fortgeführt werden. So können z.B. auch schwerstkranke Patienten in kritischem Zustand in Spezialkliniken verlegt werden, die eine optimale Versorgung ermöglichen – eine Option, die unter Umständen über Leben und Tod entscheidet.