Zivildienst von sechs Monaten für Rettungsdienst nicht mehr attraktiv
Die neue Bundesregierung plant zum 01.01.2011 die Verkürzung der Wehrdienstzeit von neun auf sechs Monate. Dies hätte entsprechend die Verkürzung der Zivildienstzeit auf sechs Monate zur Folge.
Für den DRK Rettungsdienst Mittelhessen wäre dies das „Aus“ für Zivildienst im Einsatzdienst. Jeder Zivildienstleistende muss zunächst eine zweimonatige Ausbildung zum Rettungshelfer absolvieren. „Eine sinnvolle Mitarbeit im Einsatzdienst ist dann nicht mehr möglich,“ so Markus Müller, Geschäftsführer des DRK Rettungsdienst Mittelhessen. Die Zeit sei zu kurz, um sich in ein Wachenteam einzufügen und um Arbeitsroutinen zu entwickeln. „Weder für den Zivildienstleistenden selbst noch für das Team der Rettungswache ist das zumutbar,“ so Müller.
Bereits die Verkürzung des Zivildienstes auf neun Monate hatte beim DRK Rettungsdienst Mittelhessen die Frage aufgeworfen, wie sinnvoll Zivildienst im Rettungsdienst noch ist. Darum orientierte das Unternehmen sich um; inzwischen kommen wesentlich mehr Absolventen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) zum Einsatz als Zivildienstleistende.
Doch auch für das FSJ befürchtet das Unternehmen jetzt negative Konsequenzen: Der Gesetzgeber räumt die Möglichkeit ein, Zivildienst im Rahmen eines FSJ abzuleisten. Diese Möglichkeit würde möglicherweise deutlich weniger genutzt werden, wenn ein „Zivi“ statt sechs Monaten Zivildienst zwölf Monate FSJ zu wählen hat.
Für den DRK Rettungsdienst Mittelhessen könnte sich dadurch eine schwierige personelle Situation ergeben. Das Unternehmen wendet sich deshalb gegen eine Entscheidung, die die Konsequenzen für die Hilfsorganisationen nicht differenziert genug betrachtet. Von den neuen Koalitionsparteien der Bundesregierung erwartet der DRK Rettungsdienst Mittelhessen, dass sie Lösungen und Alternativen für diese Probleme entwickelt, bevor sie Entscheidungen von derartiger Tragweite trifft.
Der DRK Rettungsdienst Mittelhessen beschäftigt derzeit neun Zivildienstleistende, hinzu kommen zwölf weitere „Zivis“, die ihren Ersatzdienst als FSJ ableisten. Insgesamt beläuft sich die Gesamtzahl der Zivis und FSJler auf 69.