Gesundheitsmanagement im Rettungsdienst

Körperliche Fitness und gesundheitsbewusste Lebensstile sind Themen, die sich häufig auf den Titelseiten von Magazinen finden und mit positiven Attributen belegt sind. Aus Sicht eines Rettungsdienstunternehmens geht es aber bei der betrieblichen Förderung gesundheitsfördernden Maßnahmen viel mehr, als um Waschbrettbäuche und glatte Gesichtshaut. IRudernnsbesondere die Verlegung der Verrentungsgrenze auf 67 Jahre stellt die Branche vor große Herausforderungen. Während Feuerwehrmänner und Polizisten den Ruhestand mit 60 Jahren erreicht haben, soll der Rettungsassistent noch mit 66 Jahren in den enorm fordernden Situationen der Notfallrettung volle Leistung bringen.
Bereits heute ist es so, dass nur wenige der Kollegen, die das Ruhestandsalter erreichen, dies ohne gesundheitliche Einschränkungen schaffen. Erkrankungen des Muskel- und Skelettapparates und Herz-Kreislauf-Erkrankungen resultieren aus den konkreten Arbeitsbedingungen. Schichtdienst über lange Jahre, enorme körperliche Belastungen beim Bewegen der teilweise massiv übergewichtigen Patienten und die Kreislaufbelastung beim Sprint in den 5. Stock zum Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand kommen zusammen mit den psychischen Belastungen der Einsätze. Ausgehend von diesen betrieblichen Realitäten hat der Rettungsdienst Mittelhessen bereits in den letzten Jahren eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen auf den Weg gebracht, um die Gesundheit von Mitarbeitern zu fördern und die Risiken, die aus dem Berufsbild resultieren, zu begrenzen:

1. Gestaltung der Arbeitsmittel unter präventiven Gesichtspunkten
  • Gewichtreduktion der mobilen Ausstattung (insbes. Notfallrucksack)
  •  Beschaffung von Hilfsmitteln für Transport/Umlagerung von Patienten
2. Kombination der betrieblichen Altersversorgung mit Berufsunfähigkeitsschutz

3. Integration von Präventionsthemen in die betriebliche Weiterbildung

4. Direkte finanzielle Förderung von Präventionskursen nach § 20 SGB V

5. Einführung von Eignungstests bei der Einstellung neuer Mitarbeiter („Fitness-Check“, Cooper-Lauf)

6. Integration des Themas „Fitness“ in die jährlichen Mitarbeitergespräche

Mit der jetzt neu begonnenen Kooperation mit der Phillips-Universitäts Marburg entsteht ein weiterer Baustein in diesen Bereich. Das Gesundheitsprojekt wird in Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern durchgeführt: Federführend ist das Institut für Sportwissenschaft und Motologie der Philipps-Universität-Marburg. Ebenfalls eingebunden sind die Zentren für Hochschulsport an den Universitäten Marburg und Gießen. Weitere Informationen erhalten Sie hier!