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Konflikte werden thematisiert und angesprochen. Ebenso wird durch sie der Umgangston im Kolleg/innenkreis, im Einsatz und im Umfeld ein besserer", so Klaus Zarges, Bereichsleiter Marburg. Matthias Knabe, Bereichsleiter Gießen erklärt: "Es gibt intime Notfallsituationen (Anlegen eines EKG's, Spontangeburt), in denen eine Frau lieber von einer Frau betreut wird. Arbeitssituationen mit nur Männern oder nur Frauen finde ich auch wenig effektiv und langweilig. Die optimale Besetzung eines Rettungswagens heißt deshalb für mich 50:50, d.h. eine Frau und ein Mann. Dadurch würde zudem ein noch patientenorientierterer Service gewährleistet." Karl Friedrich Salzmann, Bereichsleiter Biedenkopf: "So viele Erfahrungen mit Frauen im Rettungsdienst haben wir bisher noch nicht gemacht, daß wir überzeugende Aussagen treffen können. Die bisherigen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Frauen sind jedoch gut. Die Arbeitsatmosphäre wird durch Frauen deutlich aufgelockert. Einem Anstieg des Frauenanteils kann auch ich zustimmen, denn er birgt wesentliche Vorteile, besonders in Anbetracht der Patientensituation." Langsam aber konsequent ist seine Devise, denn: "mehr Frauen bedeuten insbesondere auf kleinen Wachen auch die Notwendigkeit der Umstrukturierung, oder bringen gar bauliche Konsequenzen mit sich." Doch darin sieht Markus Müller mittelfristig überhaupt kein Problem. "In Hinblick darauf, Frauen alle Wege in den Rettungsdienst zu öffnen, werden auch die kleineren Wachen des DRK Rettungsdienstes Mittelhessen kontinuierlich, aber konsequent so ausgestattet, daß Frauen und Männer über getrennte Ruhe- und Umkleideräume verfügen", erläutert er. "Es gibt wirklich nichts, was gegen die Frau im Rettungsdienst spricht - es spricht jedoch viel für sie." |
Hier schließt sich Markus Müller auch den Aussagen der Bereichsleiter an. Ist es ein Ziel des Unternehmens, den Frauenanteil deutlich zu erhöhen? "Das Ziel ist, Frauen gleichberechtigt zu berücksichtigen. Eingestellt wird, wer die Qualifikation und die entsprechenden charakterlichen Eigenschaften mitbringt. Das Geschlecht ist dabei unerheblich." Die Befragung der Mitarbeiterinnen Ziel der Befragung war es, einen Einblick in die Arbeitssituation der Frauen im Rettungsdienst zu bekommen. Erfragt wurden u.a. die Diskriminierung der Frauen, die Reaktion der Patienten, die Zusammenarbeit mit den Kolleg/innen. Zum Zeitpunkt der Umfrage (Juli '99) waren, Zivildienstleistende ausgenommen, 262 Mitarbeiter/innen im Einsatzdienst beschäftigt. Der Anteil der Frauen betrugt 10 Prozent (26 Frauen). Die Befragung erfolgte schriftlich und anonym. Die Rücklaufquote lag bei 73 Prozent. 90% der Befragten gaben an, Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechtes bereits erfahren zu haben: Seitens der Vorgesetzten 6%, der Kollegen 18%, der Notärzte/Hausärzte 24%, der Patienten 46%, der Feuerwehr 6%, der Polizei keine. Die am häufigsten genannten Arten von Diskriminierungen stellten sich wie folgt dar: Erstens, die ständig dummen Bemerkungen über das Fahrverhalten der Frau. Zweitens wird der Frau das Tragen des Patienten nicht zugetraut und drittens, die Betitelung als Mädchen/Mädel oder Schwester, was als schlichte Respektlosigkeit verstanden wird. Auf die Frage, ob sich seitens der Patienten eher positive oder eher negative Reaktionen auf Frauen im Rettungsdienst zeigen, ergaben sich auf einer Richtskala von 1 bis 5 (1 = positiv, 5 = negativ) folgende Werte: 1- 47%, 2 - 42%, 3 - 11%, 4 - 0%, 5 - 0%. |
![]() Der Mittelwert von 1,6 unterstreicht die deutlich positive Reaktion der Patienten. Wer Interesse an der Auswertung des gesamten Fragebogens hat, kann sich an Regina Raab (06421-950267) wenden. Eine genaue Statistik, wie viele Frauen heute im Rettungsdienst tätig sind, liegt leider nicht vor. Von vielen Entscheidungsträgern und Verantwortlichen im Rettungsdienst wird ihr Anteil jedoch bundesweit auf unter fünf Prozent geschätzt. Schade eigentlich, denn dem Rettungswesen können Frauen sehr viel Positives beisteuern. Einig darüber ist sich zumindest die Führung des DRK Rettungsdienstes Mittelhessens. Auch hier ist der Frauenanteil noch relativ gering, aber immerhin ist "Mann" auf dem richtigen Weg. Bei der Aufteilung der Patienten in die Personengruppen: Kinder, Senioren, Frauen und Männer und der Frage nach positiven/negativen Reaktionen zeichnet sich ein interessantes Bild. Am wenigsten positiv (mit 42%), und am meisten negativ (mit 32%) reagieren die Männer auf Frauen im Rettungsdienst. Kinder dagegen zeigen keine negativen Reaktionen jedoch zu 89% positive. Frauen zeigen zu 79 % positive, zu 16% negative, und Senioren zu 79% positive und nur 5% negative Reaktionen. Mit der Zusammenarbeit der männlichen Kollegen zeigt sich der überwiegende Teil der Mitarbeiterinnen sehr zufrieden/zufrieden. Auf der Richtskala 1 bis 5 ( 1 = sehr zufrieden, 5 = absolut unzufrieden) ergibt sich ein Mittelwert von 1,7. Die Wertung: 1 - 44%, 2 - 44%, 3 - 6%, 4 - 6%, 5 - 0%. Ein gleicher Mittelwert ergibt sich für die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen, soweit vorhanden. |
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