Gestern - die bisherige Entwicklung

  • 1988 - unser erster bodengebundener Intensivtransport: Ein 16-jähriger Junge mit schwerem ARDS und beginnendem septischen Multiorganversagen soll von Bremerhaven zum ECCO-Zentrum der Uni-Klinik Marburg transportiert werden. Aufgrund schlechten Wetters kann nicht - wie damals üblich - geflogen werden. Einen Aufschub des Transportes würde der Junge vermutlich nicht überleben. Kurzerhand wird das "Marburger Anästhesie Air Transport System" (MAATS) - eine Bundeswehrtrage mit darauf montierten Gasflaschen, Akkus und spezieller Medizintechnik - in den damaligen Baby-NAW (Mercedes 250 E "lang/hoch") verladen. Das Fahrzeug verfügt über die Möglichkeit zur Aufnahme einer zweiten Trage für den Patienten sowie über einen Spannungswandler für die 230-Volt-Versorgung der Geräte. Der Transport verläuft völlig problemlos, und man beschließt, das Konzept für bodengebundene Intensivtransporte weiter zu betreiben und auszubauen.

  • 1992 - Indienststellung des ersten, speziell konzipierten ITW: Ein leistungsstarker, amerikanischer Ford E350 - erstmals in Deutschland - mit größerer Patientenkabine sowie eine Fahrtrage mit daran montiertem Gerät (Servo 300, mobile Gasversorgung, Intensivmonitor, Spritzenpumpen) machen das Mitführen des MAATS überflüssig. Dieses Grundkonzept bewährt sich in der Folge über neun Jahre auf mehr als 350.000 Kilometern. Auch schwierigste Transporte auf langen Strecken (z.B. Stuttgart - Berlin, Hamburg - Aachen) etwa mit laufender ECMO verlaufen stets komplikationslos. Bundesweite Anfragen anderer potentieller Anbieter von Intensivtransporten bestätigen uns in unserer Pionierarbeit. So wurde etwa das Konzept des ersten thüringischen ITW mit maßgeblicher Unterstützung aus Marburg entwickelt; auch in Regensburg wurde auf die Marburger Erfahrungen für die eigenen konzeptionellen Entscheidungen zurückgegriffen.

 

 

 

 

 

  

  • 1993 - das Rettungsmittel ITW wird auch politisch etabliert: Als erstes Bundesland ermittelt Hessen den Bedarf für eine flächendeckende Vorhaltung und erprobt den Betrieb an den drei Standorten Kassel, Marburg und Frankfurt. Im Oktober 1994 wird dieser Bedarf bestätigt und festgeschrieben. Die zentrale Steuerung erfolgt seitdem über die in Frankfurt ansässige KST (Koordinierungsstelle für spezielle Sekundärtransporte). Die "Bund-Länder-Kommission Rettungswesen" empfiehlt das hessische Modell zur Nachahmung.

  • Frühjahr 2002 - die aktuelle ITW-Generation geht in Dienst: Ein leistungsstarker, luftgefederter Mercedes Sprinter 416 CDI mit crash-sicherem Kofferaufbau aus England sowie eine völlig überarbeitete Intensivtrage mit aktualisierter Medizintechnik.
  • Sommer 2003 - ein vierter ITW-Standort wird in Gießen durch das MKT betrieben und ergänzt seitdem das Angebot für die weiterhin steigenden Anfragen von arztbegleiteten Sekundärtransporten.
  • Ende 2005 - die Leistungsträger beauftragen das MKT für die Durchführung von Intensivtransporten an den Standorten Marburg und Gießen für weitere acht Jahre. 
  • Sommer 2007 - der ITW am Standort Gießen wird rund um die Uhr als Präsenzdienst vorgehalten.