
Der Rettungsdienst in Deutschland ist entstanden in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts aus der „Unfallrettung“. Aus diesen ersten Bemühungen zur provisori-schen Versorgung und v.a. zum schnellen Transport von Verkehrsunfallopfern hat sich im Laufe der Jahrzehnte unser heutiges Rettungswesen entwickelt. Es besteht aus den beiden Säulen „qualifizierter Krankentransport“ und „Notfallversorgung“. Insbesondere die Notfallversorgung gilt weltweit als eines der besten Systeme. Es bringt die Notfallmedizin innerhalb gesetzlich festgelegter Hilfsfristen zum Patienten und sorgt für einen adäquaten Transport in die geeignete Klinik – sogenannter „Primärtransport“.
Was aber, wenn ein Patient per „Sekundärtransport“ weiterverlegt werden muss - und das mit ärztlicher Begleitung oder gar auf intensivmedizinischem Niveau? Wer stellt den Arzt? Woher kommt die notwendige Medizintechnik und das nötige Know-how?

Bis Ende der achtziger Jahre galten kritisch kranke Intensivpatienten häufig als „nicht transportfähig“ oder wurden unter Inkaufnahme der Risiken schnellstmöglich mit Rettungshubschraubern transportiert (qualitatives Problem).
Im Zuge der Umstrukturierung der Krankenhauslandschaft führte die zunehmende Zahl zeitaufwendiger arztbegleiteter Verlegungen zu einer Überforderung der Notfallrettung (quantitatives Problem).
Diese beiden Versorgungslücken versucht man seither zu schließen - durch spezielle, arztbesetzte Sekundär-Rettungsmittel mit intensivmedizinischer Ausstattung: Intensivtransportwagen (ITW) und -hubschrauber (ITH).
Diese Rettungsmittel lösen die beiden wesentlichen Probleme:
Inzwischen gibt es in den meisten deutschen Bundesländern eine entsprechende Vorhaltung von ITW und ITH. Insofern bietet der Rettungsdienst mit dem noch jungen Bereich Intensivtransport eine zunehmend wichtige dritte Säule.