Wie für das gesamte System gelten auch für die im Frühjahr 2008 in Dienst gestellten neuen Fahrzeuge unsere Leitlinien "Sicherheit", "Funktionalität" und "Komfort".

Basisfahrzeug
Gesucht wurde ein Chassis mit möglichst PKW-ähnlichem Fahrkomfort bei mindestens 2,0 Tonnen Nutzlast und 7,5 m² Patientenraumfläche. Ein Automatikgetriebe, umfangreiche Sicherheitsausstattung und gutes Crashverhalten sowie großzügige Motorisierung für eine Mindestgeschwindigkeit von 100 km/h bei 5% Steigung waren weitere geforderte Details. Schließlich sollte das Fahrzeug nach Möglichkeit nicht aus verschiedenen Komponenten mehrerer Hersteller – also etwa getrennter Triebkopf, Rahmen und Kofferaufbau – bestehen, sondern „aus einem Guss“ sein.
Die Wahl fiel auf das neue Modell des Mercedes Sprinter als langer Kastenwagen. Dieses Modell gibt es erstmals in der 4,6-Tonnen-Klasse mit single-bereifter Hinterachse, was aufgrund der schmaleren Radkästen eine gleiche nutzbare Innenbreite ergibt wie das bisherige Fahrzeugkonzept mit Zwillingsreifen und Kofferaufbau. Das jetzt insgesamt schmalere aber längere Fahrzeug liegt deutlich ruhiger und stabiler auf der Straße und bietet durch den sehr leisen, aber kraftvollen Motor in Verbindung mit der 5-Gang-Automatik deutlich mehr Fahrkomfort. Die zusätzliche Schiebetür auf der linken Seite dient zur besseren Erreichbarkeit von technischem Gerät. Auf Knopfdruck zuschaltbare Schleuderketten an der voll luftgefederten Hinterachse ersparen bei Glätte das mühsame und zeitaufwändige Aufziehen von Schneeketten.
Fahrzeugausbau
Das neue Ausbaukonzept wurde auf Basis des bisherigen Konzept entwickelt. Dabei galt es, folgende Leitfragen zu beantworten: Welche Ausstattungskomponenten fallen weg, welche kommen hinzu? Gibt es sonstigen technischen Verbesserungsbedarf, muss die Leistung von Heizsystemen und Klimaanlage angepasst werden, welche Sondersignalkomponenten sind sinnvoll? Wie kann man die Raumaufteilung optimieren, wo wird die Trage platziert, wo sitzen die Betreuer und wo entsteht Stauraum? Wie lassen sich diese Änderungen am besten auf die neue Karosserieform übertragen? Und schließlich: Wie soll die äußere Gestaltung aussehen?
Die neue Karosserieform mit der zusätzlichen Schiebetür ermöglichen eine günstigere räumliche Trennung von Stauraum, Arbeits- und Sitzbereich. Dadurch werden die Arbeitsabläufe während der verschiedenen Phasen eines Einsatzes – egal ob Notfallrettung oder Intensivverlegung – noch ergonomischer. Die deutlich höhere Fahrerkabine ist mit einem ebenfalls deutlich höheren Durchgang mit dem Patientenraum verbunden. Der Fahrer und das Team beim Patienten können per Gegensprechanlage miteinander kommunizieren. Mit etlichen Details wird der Arbeits-bereich des Fahrers zusätzlich unterstützt: Es gibt Freisprecheinrichtungen sowohl für das Mobiltelefon als auch für das Funkgerät; das Signalhorn kann mit einem Fußtaster ein- und ausgeschaltet werden; das Radio/CD-Gerät ist mit dem Telefon vernetzt, dieses wiederum kommuniziert per Bluetooth mit dem Navigationsgerät; viele Funktionen können direkt vom Multifunktionslenkrad aus bedient werden.
Auch von außen erkennt man den hohen technischen Standard der neuen Fahrzeuge. Die auffälligen Dachaufbauten haben integrierte Blaulicht-LEDs sowie Arbeitsscheinwerfer und Rückleuchten. Zusätzliche Begrenzungsleuchten und seitliche Blaulichtblitzer sowie ein retroreflektierender Rahmen am Heck sorgen für zusätzliche Sicherheit und verleihen den ITW zusammen mit der Beschriftung ein unverwechselbares Design.
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