Beim DRK Rettungsdienst Mittelhessen wurden im Sommer 2009 sechs identische Notarzteinsatzfahrzeuge in Betrieb genommen. Den Innenausbau hat man gemeinsam mit der Firma Auto-Schach aus Wetzlar-Dutenhofen realisiert.
Das Basisfahrzeug, ein Renault Espace, wurde ausgewählt, weil es die Verwirklichung konsequenter Sicherheitskonzepte ermöglicht: Neben der in Crashtests nachgewiesen Sicherheit durch eine verstärkte Fahrgastzelle ist der Renault zudem mit zahlreichen Airbags (Seiten-, Kopf- und Frontairbags) ausgestattet. Hinzu kommt die serienmäßige Ausstattung mit Gurtstraffern, Licht- und Regensensoren, automatischer Reifendruckkontrolle, Antiblockiersystem (ABS), Antischlupfregelung (ASR), Elektronische Stabilitätskontrolle (ESP) und Untersteuerungskontrolle (USC). Außerdem ist das Fahrzeug mit einem System ausgestattet, das im Falle einer Notbremsung automatisch die
Warnblinkanlage und die Blinker im Blaulichtbalken einschaltet.
Die Fahrsicherheit wird auch dadurch gefördert, dass das geräumige
Fahrzeug mit kompletter notfallmedizinischer Beladung noch eine
Gewichtsreserve von 200 Kilogramm hat, was sich positiv auf die
Fahreigenschaften auswirkt. Eine leistungsstarke Motorisierung bietet
die notwenigen Beschleunigungsreserven, die bei Einsatzfahrten
erforderlich sein könnte.
Der Ausbau besteht im Wesentlichen aus zwei Schränken - einem, der von der rechten Hintertür zu bedienen ist, und einem, der vom Heck ein- und ausgeladen wird. Von hinten sind alle die Dinge zu entnehme, die für den Notfalleinsatz beim Verlassen des Fahrzeugs immer benötigt werden (Rucksack-Set, Defibrillator, Absaugpumpe). Durch den kurzen Überhang hinten rückt fast die gesamte Zuladung zwischen die beiden Fahrzeugachsen. Zusätzlich dazu ist der Ausbau im Vergleich zu bisher im Einsatz befindlichen Citroen C5 deutlich leichter, da Aluminium statt
Stahl verwendet wurde.
Die moderne fahrzeugtechnische Ausstattung wird durch eine wesentlich verbesserte notfallmedizinische Ausstattung ergänzt. So wird auf dem Prototyp erstmals ein Video-Laryngoskop mitgeführt. Dieses Gerät ermöglicht es, das Einlegen eines Beatmungsschlauches in die Luftröhre von lebensbedrohlich Erkrankten oder Schwerverletzen auf einem mobilen Bildschirm sichtbar zu machen. Hierdurch kann auch unter den oftmals erschwerten Bedingungen im Notfalleinsatz, zum Beispiel bei eingeklemmten Schwerverletzten, ein großer Sicherheitsgewinn erzielt werden.Weiterhin wurde ein Gerät zur automatischen Durchführung der Herzdruckmassage in die Ausstattung integriert. Hiermit werden die Rettungskräfte entlastet und Transporte auch unter laufender Reanimation in die Klinik ermöglicht.
Dritte Neubeschaffung ist ein Beatmungsgerät der neuesten Generation,
mit dem auch moderne Beatmungsformen zur Unterstützung einer noch
vorhandenen, aber unzureichenden Eigenatmung von Notfallpatienten
bereits am Notfallort möglich werden. Ergänzt werden diese drei neuen
Geräte durch zahlreiche weitere Verbesserungen bei der
gesamten Notfallausrüstung.