Geschichte der Wache
Bis 1988 wurde Rettungsdienst auf Langeoog von einheimischen Organisationen durchgeführt. In dieser Zeit gab es auf Langeoog nach und nach verschiedene Standorte für die Rettungswache. Vor jetzt mehr als zwanzig Jahren hat das Marburger Krankenpflegeteam (inzwischen Tochterunternehmen des DRK Rettungsdienst Mittelhessen) die Beauftragung für den Rettungsdienst auf Langeoog erhalten. Bereits zu dieser Zeit war die Insel-Rettungswache im südwestlichen Ortsbereich der ansonsten autofreien Nordseeinsel Langeoog untergebracht.
Lage der Wache, Versorgungsgebiet
Die Insel-Rettungswache ist im Abke-Jansen-Weg 16, also im südwestlichen Ortsbereich von Langeoog untergebracht.
Das Versorgungsgebiet des Langeooger RTW ist im Gegensatz zu den meisten Versorgungsgebieten auf dem Festland sehr klar abgegrenzt. Die Insel ist ca. 12 km lang und maximal vier Kilometer breit bei einer Gesamtfläche von fast 20 km². Das etwa 25 km weite Wander-, Rad und Reitwegenetz ist mit guten Ortskenntnissen zum großen Teil befahrbar. Besonders den Touristen ist oft nicht bewusst, dass es auf der eigentlich autofreien Insel neben landwirtschaftlichen und Feuerwehrfahrzeugen auch einen Rettungswagen (RTW) gibt. Der 14 km lange Sandstrand ist allerdings auch für den RTW tabu. Langeoog ist ein seit 1949 staatlich anerkanntes Nordseeheilbad mit etwa 2100 Einwohnern und über 170.000 Urlaubsgästen mit über 1,4 Mio. Übernachtungen jährlich.
Beschreibung der Räumlichkeiten
Die etwa 150 m² umfassenden Räumlichkeiten bestehen aus der eigentlichen Rettungswache inklusive. Aufenthalts- und Arbeitsraum, Lager, Ruheraum, Küche und Sanitärräumen sowie einem Appartement für zwei Personen und einem angegliederten Appartement für eine Familie. Als weitere Unterkunft für bis zu zwei Familien steht in ca. 300 m Entfernung zusätzlich die sogenannte Schulhauswohnung zur Verfügung. Direkt vor der Rettungswache ist ein Stellplatz für den RTW eingerichtet.
Fahrzeuge, Einsätze, Personal
Der Insel-Rettungswache Langeoog ist ausschließlich der dort eingesetzte RTW zugeordnet. Neben allen rettungsdienstlichen Einsätzen auf der Insel wird der RTW auch für alle Krankentransporte zu den beiden niedergelassenen Ärzten eingesetzt. Auch für Krankentransporte von der Wohnung bzw. Ferienwohnung zur Weiterfahrt mit der Fähre ans Festland und zurück steht der RTW bereit.
Nach der rettungsdienstlichen Notfallversorgung können Patienten von einem der beiden auf der Insel niedergelassenen Ärzte weiter versorgt werden. Patienten, die einer weiteren medizinischen Versorgung (z. B. Röntgen oder Infarktdiagnostik) bedürfen, werden je nach Dringlichkeit und Wetterlage mit einem Hubschrauber ausgeflogen, mit dem SAR-Rettungsboot (Search and Rescue-Rettungsboot) der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) „Caspar Otten“ oder mit der Fähre nach Bensersiel ans Festland gebracht.
In Duplizitätsfällen kann auf die Hilfe der Langeooger Freiwilligen Feuerwehr sowohl bei der Versorgung als auch bei Transport von Patienten zurückgegriffen werden. Als Luftrettungsmittel stehen die Rettungshubschrauber „Christoph 26“ aus Sanderbusch und der „LifeLiner 4“ aus Groningen (NL) zur Verfügung.
Das diensthabende Personal ist beim DRK Rettungsdienst Mittelhessen beschäftigt. Der einzige permanent auf der Insel lebende Mitarbeiter ist der Wachleiter. Alle übrigen Mitarbeiter kommen im zweiwöchentlichen Wechsel in zwei Zweierteams auf die Insel und wechseln sich in 24-Stunden-Schichten ab. Besonders attraktiv werden die Dienste auf Langeoog dadurch, dass es für die Diensthabenden die Möglichkeit gibt, die eigene Familie mit auf die Urlaubsinsel zu nehmen und in den dortigen Dienstappartements unterzubringen. So kann der Aufenthalt an der Nordsee zu einer angenehmen Mischung zwischen Urlaub und Arbeit werden und man kommt wieder gerne zum Arbeiten dahin, wo andere Urlaub machen.