Kontinuierlich an Verbesserungen arbeiten – das ist die Maxime, unter der die Arbeit des DRK Rettungsdienstes Mittelhessen steht. Auf vielfältige Weise wird dies für die Arbeit im Einsatzdienst umgesetzt.
Zertifizierte Fortbildung
Seit 2006 ist die gesetzlich vorgeschriebene, jährliche Pflichtfortbildung der Mitarbeiter auf ein höheres Niveau gestellt worden: Jeder Teilnehmer muss nun eine abschließende Prüfung ablegen. So kann das Unternehmen sicher sein, dass bestimmte, notfallmedizinische Basisqualifikationen auf dem neuesten Stand und sicher abrufbar sind.
Projekt Kompetenzentwicklung
Von März 2004 bis Dezember 2005 hat der DRK Rettungsdienst Mittelhessen im Landkreis Marburg-Biedenkopf das Pilotprojekt „Kompetenzentwicklung im Rettungsdienst“ durchgeführt. Im Dezember 2005 wurde das Projekt mit positiven Ergebnissen abgeschlossen. 17 ausgewählte Rettungsassistenten erwarben im Rahmen des Projekts erweiterte Kompetenzen, die die Gabe von Schmerzmitteln bei bestimmten Einsatzindikationen betreffen. Diese Kompetenzen gehen über das gesetzlich geforderte Maß hinaus und sind bisher Ärzten vorbehalten. Die Ergebnisse zeigten: Erweiterte Kompetenzen für Rettungsassistenten machen Sinn, denn sie verbessern die Bedingungen für die Notfallpatienten. Ziel des Rettungsdienstes Mittelhessen ist es, die erweiterten Kompetenzen mittelfristig in die Regelkompetenzen der Rettungsassistenten zu integrieren. Die Ausbildung Kompetenzentwicklung haben mittlerweile 60 Rettungsassistenten des Unternehmens durchlaufen.
Die Ergebnisse des Projektes sind jetzt in der Zeitschrift "Notfall- und Rettungsmedizin" (04/2007) erschienen. Der Artikel kann hier
heruntergeladen werden.
Am 23.06.2009 wurde das Zentrum für Notfallmedizin gemeinsam mit dem DRK Rettungsdienst Mittelhessen und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf für das Projekt"Schmerzbekämpfung im Notfall durch Rettungsassistenten: Ein hessisches
Modellprojekt" mit dem GenoPortalAWARD2009 ausgezeichnet. Weitere Informationen finden Sie hier 
Nicht-invasive Beatmung im Rettungsdienst (CPAP)
Die nicht-invasive Beatmung ist bei Erkrankungen wie der exazerbierten COPD oder dem kardiogenen Lungenödem in der Intensivmedizin inzwischen die Beatmungstherapie der Wahl. In der Notfalltherapie in Rettungs- und Notarztwagen werden nicht-invasive Beatmungsverfahren bisher jedoch kaum eingesetzt. Auf sechs Notarzteinsatzfahrzeugen wird seit Januar 2006 ein einfaches CPAP-System mitgeführt. Die Ergebnisse aus der Behandlung von 100 Patienten mit diesem System sind in einer webbasierten gemeinsamen Datenbank der Notarztsysteme Gießen und Marburg hinterlegt und können hier
heruntergeladen werden.
Zertifikatslehrgang Fachpädagoge/Fachpädagogin im Gesundheitswesen
Das Hochschulzentrum für Weiterbildung (HZW) an der Fachhochschule (FH) Gießen-Friedberg bietet ab Januar 2011 einen neuen Zertifikatslehrgang mit dem Titel „Fachpädagoge/Fachpädagogin im Gesundheitswesen“ an. Der DRK Rettungsdienst Mittelhessen ist der Initiator des Weiterbildungsprojekts. Adressaten sind Lehrkräfte im Gesundheitsbereich, die oft zwar aus fachlicher Sicht kompetent, für die Lehre jedoch nicht speziell qualifiziert sind. Der neue Lehrgang ist für alle Berufe des Gesundheitswesens geeignet, also beispielsweise für Lehrende im Bereich Rettungsdienst, Logopädie, Ergo- und Physiotherapie, an Hebammenschulen oder für medizinisch-technische Assistenten, denn überall sind die Anforderungen an die Lehr- und Ausbildungsqualität gestiegen.
Mit 28 Teilnehmern ist am Montag, 31. Januar 2011, der erste Zertifikatslehrgang für Fachpädagogen im Gesundheitswesen im Bildungszentrum des DRK-Rettungsdienstes Mittelhessen in Marburg gestartet.
„Die Qualifizierung der Lehrenden ist ein wichtiges Thema für uns“, sagte der Geschäftsführer des DRK Rettungsdienstes Mittelhessen, Markus Müller, bei der Begrüßung der Teilnehmer. Es sei zu erwarten, dass in der Zukunft die Ausbildung im Rettungsdienst von zwei auf drei Jahre verlängert wird. Damit zeichne sich ab, dass auch die Qualifikation der Ausbilder steigen müsse.
Dr. Silke Ley von der Abteilung Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Darmstadt (RP), betonte, dass an die Lehrenden in Gesundheitsberufen große Anforderungen gestellt werden, die künftig noch steigen. Das RP Darmstadt ist zuständig für die staatliche Anerkennung von Lehranstalten für die Fachberufe im Gesundheitswesen und hat die Entwicklung des Lehrgangs unterstützt. Ley erklärte, der Lehrgang fördere das Verständnis der Teilnehmer für andere Bereiche im Gesundheitswesen und sorge so für die dringend notwendige Verzahnung und Vernetzung. „Es ist wichtig, dass wir die Gesundheitsfachberufe an einen Tisch bekommen“, betonte auch Günter Ohlig, Teamleiter Rettungsdienst beim DRK Landesverband Hessen.
Viele der Teilnehmer unterrichten bereits seit Jahren und wollen ihre Kenntnisse nun vertiefen und erweitern. Andere stehen noch am Beginn ihrer Lehrtätigkeit. Den Lehrgang belegt haben zahlreiche Rettungsassistenten unter anderem aus Marburg, Frankfurt, Limburg oder Eisenach, aber auch Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten oder Lehrende aus dem Bereich der Altenpflege und der Hebammenausbildung.
In zwei Jahren werden sie 400 Unterrichtsstunden absolvieren und am Ende ein Zertifikat der Fachhochschule Gießen-Friedberg erwerben. Die FH kooperiert eng mit der Justus-Liebig-Universität in Gießen, die ihr Know-How und ihre Dozenten zur Verfügung stellen wird. Andere der über zehn eingebundenen Fachdozenten arbeiten in den unterschiedlichen Disziplinen und wissen um die Besonderheiten des Gesundheitswesens. Der Lehrgang bewege sich auf akademischem Niveau, betonte Prof. Dr. Wolfgang George. Die 25 „Credit Points“, die von den Teilnehmern erworben werden, können auf ein möglicherweise anschließendes Studium angerechnet werden. „Ziel ist es, nicht nur eine praxistaugliche Fortbildung anzubieten, sondern auch die Grundlage für ein mögliches Studium etwa an der Universität Gießen zu legen“, so George.
Der nächste Lehrgang startet voraussichtlich bereits im Herbst dieses Jahres. Zulassungsvoraussetzung sind eine Berufsausbildung in einem Gesundheitsberuf, zwei Jahre Berufserfahrung, 80 abgeleistete Unterrichtseinheiten oder ein entsprechendes Praktikum. Die Teilnahmegebühr beträgt 3660 Euro. Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.hz-weiterbildung.de.