Rettungswache Gießen Uni 
 

Geschichte der Wache
Die Fahrzeuge der Rettungswache Gießen UniNachdem im November 1973 der Notarztwagen (NAW) Gießen in Dienst gestellt wurde, folgten fünf Jahre der Suche nach einer geeigneten Unterkunft. Die Besatzung verbrachte ihre Nächte u. a. ein Jahr lang auf den Tragen der medizinischen Station Vollhard. 1978 hatte der Notarztwagen (NAW) des DRK Gießen samt Besatzung im „Privathaus“ der Chirurgie eine annehmbare Bleibe gefunden. Das Privathaus musste dann allerdings 1988 dem damaligen Chirurgie-Neubau weichen. Es folgte ein Umzug ins zweite Obergeschoss eines Verwaltungsgebäudes des Gießener Uni-Klinikums in der Rudolf-Buchheim-Straße. Drei Büroräume wurden mit einfachen Mitteln zu Schlaf- und Aufenthaltsräumen umfunktioniert. Solange das Bundeswehr-Krankenhaus noch nicht der Vergangenheit angehörte, übernahm Freitags wechselweise der DRK-Notarztwagen (NAW) oder der Bundeswehr-NAW den Dienst. Damals das einzige arztbesetzte Rettungsmittel im Landkreis Gießen. Damit der DRK-Notarztwagen nicht mehr im Freien stand, wurde die „Willi-Hose-Memorial-Hall“ gebaut, eine Fahrzeughalle, die einem ehemaligen NAW-Rettungssanitäter gewidmet wurde. Die Räumlichkeiten wurden auch Ende der neunziger Jahre beim Wechsel auf das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF)-System beibehalten. Eine solche Unterkunft im zweiten Stockwerk hält jedoch den heutigen Anforderungen u. a. aus Gründen der Ausrückzeit und der Sicherheit der Mitarbeiter nicht stand. So wurde 2003 in enger Zusammenarbeit mit der unfallchirurgischen Abteilung des Klinikums und dem DRK Rettungsdienst Mittelhessen eine neue Rettungswache zwischen der Liegeneinfahrt der Chirurgie und Friedrichstraße gebaut und Ende des Jahres bezogen. Dort fand nicht nur das NEF mit Besatzung Platz, sondern auch ein Rettungswagen (RTW), der bis dahin in der Rettungswache Gießen-Eichgärtenallee stationiert war. Somit konnten Ausrückzeiten im Süden Gießens bis nach Heuchelheim und Wettenberg weiter optimiert werden.
Nach Beginn der Umbaumaßnahmen im Klinikum, im November 2006, wurde zusätzlich das im Mai 2002 übernommene Intensiv-Transport-System, ein arztbesetzter und entsprechend ausgestatteter RTW zur innerklinischen Verlegung von Intensivpatienten, in diese Rettungswache verlegt.

Lage der Wache, Versorgungsgebiet
Die Rettungswache Uniklinikum Gießen liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur derzeitigen Liegendeinfahrt der Chirurgie, die zukünftig als zentrale Notaufnahme des Klinikums fungieren wird. Als Notfallausfahrt dient die Ausfahrt vor der Augenklinik zur Friedrichstraße. Das primäre Versorgungsgebiet des NEF Gießen und des in der Rettungswache Klinikum Gießen stationierten RTW geht, auch Dank der sehr guten Autobahnanbindung vom gesamten Stadtgebiet Gießen aus über Lollar, Wettenberg, Heuchelheim, Biebertal, Linden, Pohlheim, bis hin nach Staufenberg, oft mit allen Stadt- bzw. Ortsteilen. Einsätze in den Nachbarkreisen Lahn-Dill und Wetterau sind für das NEF keine Seltenheit. Mit dem Intensiv-Transport-System (ITS) Gießen werden alle Transporte von Intensiv- und Notfallpatienten innerhalb des Klinikums durchgeführt.

Beschreibung der Räumlichkeiten
Die Rettungswache wurde Ende 2003 in Betrieb genommen und war für ein 24-Stunden-NEF und einen 24-Stunden-RTW konzipiert. Die Rettungswache wurde nach dem Vorbild der 2001 neugebauten Rettungswache Lich entworfen. Alle Räume befinden sich ebenerdig, es besteht ein Durchgang vom Wachenbereich in die Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen. Neben einem Aufenthaltsraum mit Arbeitsbereich und Kochnische verfügt die Wache über ein Notarztzimmer, drei Ruheräume, Umkleideräume und entsprechende Sanitär- und Hygieneeinrichtungen. Das Materiallager befindet sich im Wesentlichen in unmittelbarer Nähe zur Chirurgischen Poliklinik des Klinikums.

Fahrzeuge, Einsätze, Personal
Der im Klinikum stationierte RTW ist nur tagsüber besetzt und wird sowohl in der Notfallrettung, als auch im Krankentransport eingesetzt. Sowohl das NEF als auch das ITS sind im 24-Stunden-Betrieb. Das NEF Gießen ist mit mehr als 3000 Einsätzen pro Jahr eines der höchstfrequentierten NEF in Hessen und ist mit einem Arzt aus der Abteilung für Unfallchirurgie besetzt.
Für das Intensiv-Transport-System steht neben einer RTW-Besatzung gemäß HRDG jederzeit ein Arzt aus der Abteilung für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin bereit. Nachts werden mit diesem System auch die Krankentransporte innerhalb des Klinikums durchgeführt. Mit monatlich ca. 700 Einsätzen ist dieses System nahezu optimal ausgelastet.
Die Rettungswache Uniklinikum Gießen wird gemeinsam mit den Rettungswachen in der Eichgärtenallee, in Krumbach und der IHT-Wache Gießen von ca. 25 hauptberuflichen und ca. 30 teilzeitbeschäftigten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen aus Gießen Stadt besetzt.