Rettungswache Lich
Geschichte der Wache
Bis Mitte der 50er Jahre stand in Lich für Notfallpatienten kein geeignetes Transportmittel zum Krankenhaus (Ecke Gießener- Garbenteicher Straße) zur Verfügung. Patienten wurden meistens von Privatpersonen, die ein eigenes Auto hatten zum Krankenhaus gefahren. Oftmals wurde vom Krankenhaus ein Pfleger mit einer fahrbaren Trage losgeschickt. Diese Tragen waren zum Schutz gegen Witterungseinflüsse mit einem Verdeck ausgerüstet. Die Patienten wurden dann „ab“ transportiert, eine ärztliche Versorgung erfolgte erst im Krankenhaus. Etwa im Jahr 1956 wurde in Lich der erste Krankentransportwagen in Dienst gestellt. Von seinem Aussehen als „Rot Kreuz Wagen“ zu erkennen, gehörte, das Fahrzeug jedoch der Fa. Schmidt (heute Autohaus Schmidt) in Lich.
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Die ersten Mitarbeiter
Der erste Fahrer des Krankenwagens war Wilhelm Waldmann. Der Arbeitgeber war der DRK KV Gießen. Im Jahr 1962 begann Wilhelm Ensle seinen Dienst in Lich, wo er ausschließlich mit Wilhelm Waldmann den Krankentransport und Rettungsdienst aufrechterhielt. Da zu dieser Zeit noch keine Rettungswache vorhanden war, mussten die beiden Männer ihre Bereitschaftsdienste von zu Hause aus versehen. Daher war auch die Mitarbeit der beiden Ehefrauen erforderlich. Sie hatten, während ihre Männer unterwegs waren, die Aufgabe, weitere Anrufe entgegen zu nehmen. Diese wurden dann telefonisch an die Zentrale nach Gießen weitergegeben, von wo aus der diensthabende Disponent die Einsätze über Funk an die beiden Kollegen weiter gab. Für die Familien war das eine große Belastung, da das Telefon rund um die Uhr besetzt sein musste. Das galt auch für die Nächte und Feiertage.
Nach dem Ausscheiden von Wilhelm Waldmann im Jahr 1966 und bis zur Eröffnung der Rettungswache in Lich im Jahr 1967 wurde für ca. ein halbes Jahr der Bereitschaftsdienst von der Familie Ensle alleine versehen und dies ebenfalls rund um die Uhr.
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Der erste Wachenbau
Im gleichen Jahr wurde dann endlich auf einem Grundstück in der Höhlerstraße, in der Nähe des neu entstandenen Krankenhauses, eine Wache gebaut. Der Wachenbau war nötig, da das Krankenhaus mit seinen 220 Betten auch für ein Ansteigen der Krankentransporte sorgte. Die Wache bestand aus einer Funkzentrale, einem kleinem Aufenthaltsraum und einem kleinem Abstellraum. An sanitären Anlagen waren eine Toilette und ein Waschbecken vorhanden. Für die drei Fahrzeuge, davon ein PKW für Sitzend-Transporte standen vier Fahrzeughallen zur Verfügung. Wilhelm Ensle, Hermann Manz und Anton Sickinger übernahmen den Dienst in der Rettungswache. Der Nachtdienst wurde jedoch weiterhin von der Wohnung des diensthabenden Kollegen aus versehen.
Von einem professionellen Rettungsdienst im heutigen Sinne konnte man jedoch immer noch nicht reden. Eine Änderung trat erst Anfang der 80er Jahre ein. Die Fahrzeuge wurden nach und nach mit zwei Personen besetzt, die Ausrüstung der Fahrzeuge wurde verbessert. Fortbildungsveranstaltungen für die Mitarbeiter wurden angeboten.
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Mit Inkrafttreten des Hessischen Rettungsdienstgesetzes (HRDG) 1990 wurde eine gravierende Qualitätsverbesserung erreicht. Es wurden analog zu anderen Bundesländern Gesetze erlassen, die eine vernünftige Ausbildung für das Personal, und eine professionelle Ausrüstung der Fahrzeuge verlangte. Weiterhin entstand das Berufsbild des Rettungsassistenten mit einer qualifizierten, notfallmedizinischen Ausbildung von zwei Jahren. Ebenfalls wurde für jeden Landkreis eine zentrale Rettungsleitstelle geschaffen. Die einzelnen noch bestehenden Funkzentralen im Landkreis wurden aufgelöst.
Mit Gründung des DRK Rettungsdienstes Mittelhessen 1997 erfolgte eine weitere Professionalisierung des Rettungsdienstes in Lich. |
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Am 10. Dezember 2002 konnte in Lich die neu gebaute Rettungswache übergeben werden. Möglich wurde der Neubau auf dem Gelände des Bauhofes in der Hungener Straße durch ein kooperatives Miteinander der Stadt Lich, des Landkreises Gießen und des DRK Rettungsdienstes Mittelhessen.
Errichtet wurde die Wache in Systembauweise. Nach nur vierwöchiger Bauzeit waren alle Arbeiten abgeschlossen. Innerhalb weniger Stunden waren die Bauteile der Wache zusammengefügt. Die Rettungswache wurde Modell für weitere Rettungswachen in anderen hessischen Landkreisen.
Bei der Einweihung mit Schlüsselübergabe waren rund 50 Gäste anwesend. Unter den Gästen befanden sich u. a. Aufsichtsratvorsitzender Günther Wackermann, Landrat Willi Marx, Bürgermeister Ludwig Seiboldt, Klaus Senkbeil (1. Stadtrat von Lich), Markus Müller (Geschäftsführer des DRK Rettungsdienst Mittelhessen), Axel Werntges (Geschäftsführer der Asklepios-Klinik Lich), Thomas Rink (Betriebsratsvorsitzender) und Bauleiter Schlüter (OFRA GmbH).
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Lage der Wache, Versorgungsgebiet
Die Licher Rettungswagen können über die B 457 fahren, in Richtung Gießen und von Hungen die Anschlusstelle Birklar Lich benutzen.
Versorgt werden die Gemeinden Lich, Wazenborn, Pohlheim, Hungen und Steinbach.
Beschreibung der Räumlichkeiten
Auf gut 100 Quadratmetern bietet ein hochwertiger Systembau genug Platz für einen gemütlichen Aufenthaltsraum, Ruheräume, Dusche, WC, Hygienebereich Umkleideraum und Fahrzeughalle. Eine Verbindungstür ermöglicht den direkten Durchgang von den Wachenräumen zur Fahrzeughalle. Diese bietet genug Platz für zwei Rettungswagen.
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Fahrzeuge, Einsätze, Personal
In der Rettungswache sind zwei Mehrzweckfahrzeuge (MZF) im Einsatz. Pro Jahr werden rund 2200 Einsätze geleistet.
Die Rettungswache beschäftigt ca. 20 Mitarbeiter des Bereichs Gießen Land.