Die Rettungswache Marburg Süd (Am Krekel) ist seit Dezember 2006 in einem Neubau auf dem Gelände der Marburger Stadtwerke untergebracht. Sie ging hervor aus den Rettungswachen Marburg-Mitte und Marburg-Süd. Mit dem Bezug des Wachenneubaus wurden diese Wachenstandorte aufgelöst. Im oberen Stockwerk wurde die Verwaltung des Unternehmens untergebracht.
Geschichte der Wache
Marburg-Mitte:
Bereits 1945 waren die ersten Krankentransportwagen (KTW) in der Deutschhausstraße stationiert. In den 50er Jahren war die Deutschhausstraße noch eine zweispurige Allee. Rechts und links
zwischen den Bäumen parkten die Borgward- und Mercedes- KTWs mit
offenen Türen und steckendem Zündschlüsseln, um schnell einsatzbereit
zu sein. Eine Halle gab es nur für Desinfektions- und kleinere
Reparaturarbeiten. Bis in die 80er Jahre wurden die Notrufe über die eigene Funkzentrale entgegengenommen. Mit Inkrafttreten des Hessischen Rettungsdienstes 1990 wurden dann flächendeckend zentrale Leitstellen eingeführt. Für Wochenend- und Nachtdienste gab es eine Kooperation mit der Johanniter-Unfallhilfe. 61 Jahre lang war die Deutschhausstraße Wachenstandort. Bedingt durch eine Zunahme des Verkehrsaufkommens bot dieser Standort jedoch zunehmend weniger geeignete Ausrückmöglichkeiten. Hinzu kamen die steigenden Qualitätsanforderungen an den Rettungsdienst, der auch die räumlichen Bedingungen unakzeptabel machte. So wurde der Standort nach langer Vorlaufzeit 2006 aufgegeben.
Marburg-Süd
Am 1. Dezember 1985 nahm der private Rettungsdienst, das Marburger Krankenpflege Team (MKT) seine Tätigkeit im Rettungsdienst und Krankentransport des Landkreises Marburg-Biedenkopf auf. Die Krankenschwestern Marianne Becker und Brunhild Jürgensmeier hatten zusammen mit dem Krankenpflegeschüler Markus Müller dieses Unternehmen gegründet. Müller begann Ende 1984 sich um private Mietwagenkonzessionen für Krankenwagen zu bemühen. Erste gebrauchte Fahrzeuge wurden beschafft und mit viel Engagement umgebaut. Mit engagierten Krankenpflegern und –Schwestern, Bekannten aus dem Klinikbereich und mehreren als Rettungssanitätern qualifizierten Medizinstudenten war MKT jetzt rund um die Uhr mit fünf Fahrzeugen präsent. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Dank des hohen Ausbildungsstandes des Personals ergaben
sich auch rasch Kontakte zu klinischen Einrichtungen außerhalb Marburgs.
Das Einsatzaufkommen stieg, daher zog das Marburger
Krankenpflege-Team 1986 in die Stephan-Niederehestraße 8 ein. 
Neben einer geräumigen Fahrzeughalle stand hier auch erstmals
ein Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter zur Verfügung.
Ein weiterer Qualitätssprung war die Beschaffung von vier neuen Einsatzfahrzeugen im Jahr 1987. Geräte wie Intensivinkubator und notwendige Überwachungsgeräte wurden gekauft. So verfügte die Rettungswache des MKT über vier Mehrzweckfahrzeuge für Rettungseinsätze und Krankentransporte, einen Baby-Notarztwagen und einen Intensivtransportwagen (ITW). Aus der Vorhaltung dieses Fahrzeuges entstand das heutige ITW-System Mittelhessen. (Nähere Informationen finden Sie hier.)
Dabei brachte es das Wachstum mit sich, dass der „Firmensitz“ eigentlich längst zu klein war. Über drei Etagen verteilten sich Aufenthalts- und Ruheräume, die Rufzentrale und die – zu kleine – Fahrzeughalle.
1997 wurde der DRK Rettungsdienst Mittelhessen gegründet, MKT wurde zur Tochtergesellschaft. Bis 2006 wurde die Rettungswache Marburg-Süd noch weiterbetrieben.
Lage der Wache, Versorgungsgebiet
Versorgt wird das Stadtgebiet Marburg mit allen Stadt- und Ortsteilen.
Durch die neue Auffahrt, die nur für Notfalleinsätze genutzt werden darf, können die Einsatzfahrzeuge von der Rettungswache aus nach nur rund 100 Metern auf die B 3 a in Richtung Gießen gelangen. Die Einsatzorte südlich von Marburg sind damit schnell erreichbar. Über die Südspange werden auch Einsatzorte in anderen Teilen des Einsatzgebietes zügig erreicht. Weiter in der Planung ist eine Ampelbeeinflussung in Richtung Innenstadt.
Beschreibung der Räumlichkeiten
Das 72,5 m lange und 18,25 m tiefe Gebäude ist einstöckig und hat ein flach geneigtes, extensiv begrüntes Flachdach. Im 1100 qm² großem Erdgeschoss (davon: 444 qm² Fahrzeughalle) befindet sich die Rettungswache mit Aufenthaltsräumen, Ruheräumen, Hygieneschleusen,
Umkleiden und sanitären Anlagen sowie einer geräumigen Küche.
Weiterhin befinden sich im Erdgeschoss eine 40m² große Terrasse,
drei
Büroräume und ein Schulungsraum mit Teeküche.
Das Obergeschoss umfasst 744 qm² Fläche hinzu kommt ein Balkon von 24 qm².
Hier sind die Verwaltung mit ihren Büros, zwei Besprechungsräumen und Lager untergebracht, hinzu kommt die unternehmenseigene Rufzentrale.
Fahrzeuge, Einsätze, Personal
In der Rettungswache sind zehn Einsatzfahrzeuge und drei Reservefahrzeuge stationiert. Die Rettungswache bietet die Möglichkeit, bei besonderen Lagen Personal und Fahrzeuge aufzustocken und ein Lagezentrum einzurichten.
Pro Jahr werden rund 12 400 Einsätze gefahren. Knapp 2000 dieser Einsätze werden vom Notarzteinsatzfahrzeug erbracht. Bis zu 23 Mitarbeiter versehen gleichzeitig ihren Dienst.


