vom 30.05.2017

Große Abschlussübung für Notfallsanitäter-Auszubildende

Am 27. Mai führte das Bildungszentrum des DRK Rettungsdienstes Mittelhessen eine Ausbildungsabschlussübung für 22 angehende Notfallsanitäterinnen und -sanitäter durch. Ziel des Übungstages war es, Einsatzerfahrung für größere Schadensereignisse zu sammeln. Durch die große Zahl von Betroffenen und Hilfskräften machen solche Einsätze komplexe Arbeitsabläufe erforderlich. Dies wurde in geschütztem Rahmen trainiert und abschließend ausgewertet. Die Auszubildenden des DRK Rettungsdienstes und der Johanniter schließen im Sommer die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter ab und sind der erste Jahrgang im 2014 neu eingeführten Berufsbild.

Geübt wurde anhand folgender Szenarien:

•    Ein mit überhöhter Geschwindigkeit fahrender PKW stieß bei einem Ausweichmanöver in der Nähe von Wommelshausen mit einem entgegen kommenden PKW und Personen auf der Straße zusammen. Insgesamt neun Personen mit leichten bis lebensbedrohlichen Verletzungen waren betroffen – zwei von ihnen verstarben noch an der Unfallstelle. Bei diesem Szenario wurde auch das Zusammenspiel von technischer Rettung durch die  Feuerwehr und notfallmedizinischer Versorgung durch den Rettungsdienst trainiert.

•    In der Mittelpunktschule Hartenrod kam es durch den Brand in einem Klassenzimmer zu einer Verpuffung. Starke Rauchentwicklung versperrte einigen Schülern und Lehrern den Fluchtweg aus dem Gebäude. Sechs Patienten mit Verletzungen unterschiedlichen Schweregrades – teilweise mit Rauchgasintoxikation und unter Schock stehend – mussten versorgt werden. Auch in diesem Szenario wurde das Zusammenspiel von Feuerwehr und Rettungsdienst trainiert.

Für die angehenden Notfallsanitäter stellte die Übung eine große Herausforderung dar. Zwar hatten sie im Verlauf ihrer Ausbildung bereits Erfahrungen im Einsatzdienst gesammelt. Große Schadensereignisse sind jedoch sehr selten – aufgrund fehlender Praxiserfahrung mussten die Übungsteilnehmer sich auf ihr theoretisch erlerntes Wissen verlassen, um die Einsatzsituationen zu bewältigen. Dadurch und durch den hohen Stressfaktor, den die Szenarien mit sich brachten, waren die angehenden Retter sehr gefordert.

Im Anschluss an jeden Übungsdurchlauf fand eine Auswertung statt. Den Verlauf hatten mehrere Dokumentatoren protokolliert. Zusammen mit der Übungsleitung gaben sie den Beteiligten detaillierte Rückmeldungen und Hinweise.
Abschließend fand bei der Freiwilligen Feuerwehr Wommelshausen ein Grillen statt. Fazit des Tages: Dem Rettungsdienst-Nachwuchs wurde ein sehr aufregender Trainingstag geboten, der ihnen viel zusätzliche Praxiserfahrung bescherte.

Überblick: Beteiligte und Fahrzeuge
•    22 Notfallsanitäter in Ausbildung mit fünf Rettungswagen
•    1 Notarzt-Einsatzfahrzeug mit Team
•    5 Dokumentatoren
•    Rund 60 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Bad Endbach mit ihren Ortsfeuerwehren. Für sie war dies eine Alarmübung, d.h. sie waren im Vorfeld nicht informiert worden.
•    Der Leitungsdienst des Landkreises Marburg-Biedenkopf, der bei größeren Schadensereignissen den Einsatz leitet (Leitender Notarzt, Organisatorischer Leiter Rettungsdienst)

Dirk Schrey (Stabsstelle Einsatzplanung des DRK Rettungsdienst Mittelhessen) leitete die Übung und hatte sie im Vorfeld geplant und organisiert. Unterstützt wurde er dabei von Harry Schulz (Fachberater Feuerwehr) und Julian Wiggelinghoff (Dozent am DRK Bildungszentrum).

Ein Video zur Übung gibt es hier.

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